leiber_fsf-1969-07.jpgEine der nächsten Publikationen der Reihe »SF Personality« beschäftigt sich mit der Person und dem Werk von Fritz Leiber, dem Autor des Schwerter-Zyklus und einer ganzen Reihe interessanter SF-, Fantasy- und Horror-Storys. Leibers wurde vielfach mit Preisen ausgezeichnet, darunter mehrfach mit dem Hugo Award sowie dem World Fantasy Award.

Hardy Kettlitz stellte in seinem Vortrag am Clubabend die wichtigsten Werke des US-amerikanischen Autors vor.

pandora3.jpgMit Verzögerung erschien nun die dritte Ausgabe des Magazins PANDORA im Shayol-Verlag. Diesmal mit Erzählungen von Joe Haldeman, Joe Hill, Justina Robson, James Patrick Kelly, Tim Powers, Pat Cadigan und vielen mehr; dazu Essays von Brian Stableford, Graham Sleight, Adam Roberts, Stephen Baxter, Hardy Kettlitz, Jakob Schmidt, Fritz Heidorn und anderen; sowie ausgewählte Rezensionen. Weitere Informationen gibt es hier.

shayol_both_blaupausen.jpgVor 120 Jahren erschien der Roman Ein Rückblick aus dem Jahr 2000 auf 1887 von Edward Bellamy, einem amerikanischen Journalisten. Er schilderte ein ozialistisches Staatswesen und löste damit eine weitweite Begeisterung aus. Seit dem sind viele Utopien verfasst worden und die Literaturwissenschaft hat sich diesen Staatsromanen zugewandt. Aber eine Betrachtung der sozialistischen Gesellschaftsentwürfe und ihrer Verknüpfungen mit dem Industriezeitalter fehlte bisher.

Der Autor schlägt einen Bogen von der industriellen Revolution zur Arbeiterbewegung und ihrer Reflexion für eine sozialistische Gesellschaft in den literarischen Utopien.

Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen die utopischen Werke von Edward Bellamy bis Mack Reynolds. Neben diesen beiden amerikanischen Autoren kommen Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Russland und England zu Wort. Heute noch relevante Fragen, wie die gerechte Verteilung des sozialen Reichtums, der Zugang zu Bildung für alle, die Rechte der Frauen, die Rolle von Wissenschaft und Technik in unserer Gesellschaft oder die Energieversorgung werden in diesen Vorschlägen für eine bessere Welt beleuchtet. Portraits der Verfasser ergänzen die Zusammenstellung. Einige werden hier erstmals vorgestellt.

Sowohl die sozialistische wie die bürgerliche Literaturkritik haben diese Spielart der Utopien bisher immer ignoriert, ja abgelehnt. Die Sozialisten selbst verhängten ein „Bilderverbot“ über den zukünftigen sozialistischen Staat. Der Autor belegt dies anhand vieler Zitate von Marx, Engels, Lenin und weiteren Kritikern der Utopie. Doch die utopischen Werke durchbrechen dieses Verbot, regen auch heute zur Diskussion an und liefern Blaupausen für die Zukunft.

Wolfgang Both
Rote Blaupausen – Eine kurze Geschichte der sozialistischen Utopien
49,- EUR
ISBN: 978-3-926126-83-2

Beim Clubabend ging es diesmal um Weltuntergangsszenarien. Ralf Lorenz moderierte den Abend und schrieb im Vorfeld dazu:

In den letzten Jahren waren die Sommertreffen im Juli oder August traditionell dem Small Talk über Bücher vorbehalten. Ich habe mir überlegt, dass wir mal wieder ein »klassisches« SF-Über-Thema in den Mittelpunkt stellen, und zwar Weltuntergangsszenarien. Diese haben gerade Konjunktur, sowohl in der SF als auch außerhalb. Vielleicht habt ihr in letzter Zeit das eine oder andere in dieser Richtung gelesen und würdet es gern vorstellen? Den allgemeinen Background hatte Ralf Neukirchen bereits angesprochen:
Finden wir solche Weltuntergangsszenarien so schön (ein »wohliger Schauer« rieselt unserem Rücken herab), weil wir uns anschließend gemütlich in unseren Sessel zurücklehnen können, um selbst bei »realistischsten« Szenarien/Vorhersagen zu sagen: »So schlimm wird es ja nicht kommen!« oder »Bis es soweit ist, schau ich mir die Radieschen von unten an.« – Gibt es eigentlich »positive« Effekte bei der Leserschaft. Wollen die Autoren solche Effekte haben? Oder geht es nur um  Äktschen?

Doch es ging keineswegs um Action-Bücher, sondern vielmehr um literarische Weltuntergänge. So wurden Bücher von Cormac McCarthy (Die Straße), Robert Merle (Malevil) oder Arno Schmidt (Schwarze Spiegel) vorgestellt. Aber auch einige SF-Klassiker zum Thema kamen zur Sprache. Nicht zuletzt die grandiose Geschichte »Die neun Milliarden Namen Gottes« von Arthur C. Clarke. Ein anregender Abend, der mal wieder Lust auf interessante Bücher gemacht hat.

Terry Pratchett ist nach wie vor einer der beliebtesten Fantasy-Autoren, und dennoch eine Ausnahmeerscheinung. Es gibt viele Leser, die zwar Pratchett lesen, aber keine andere Fantasy anrühren. Pratchett versteht es auch nach Jahren, seine Leser immer wieder mit neuen Ideen zu amüsieren. Frank Güpner gab dem Club einen Überblick über das Schaffen des Autors und Pratchett-Übersetzer Bernhard Kempen erzählte von Schwierigkeiten der Übertragung des englischen Humors in die deutsche Sprache. Und schließlich gab er auch Auszüge aus seinen Übersetzungen zum Besten. Sicherlich für viele ein Anlass, mal wieder ein Buch des Autors in die Hand zu nehmen oder nach Neuerscheinungen Ausschau zu halten.

duncan_vellum_shayol.jpgAm letzten Wochenende wurden die Gewinner des diesjährigen Kurd Laßwitz Preises bekanntgegeben. Die Liste der Gewinner kann man hier einsehen.

Wir gratulieren unserem Clubmitglied Hannes Riffel zum Laßwitz Preis in der Kategorie »Beste Übersetzung« für seine Übersetzung des Romans Vellum von Hal Duncan (erschienen beim Shayol Verlag).

Wer übrigens mal wissen will, was in unser aller Lieblingsbuchhandlung Otherland so alles passiert, welche Bücher Wolfgang Tress gerade toll findet oder was einem Buchhändler in Kreuzberg alles widerfahren kann, der sollte unbedingt mal einen Blick in Wolfgangs Blog Der Otherlander werfen. Es lohnt sich!

20000-meilen1.jpgAm kommenden Mittwoch, 18.6., 19.30 – 21.30 Uhr, präsentiert das Museum für Naturkunde ein echtes Highlight:

20.000 Meilen unter den Meeren – Jules Vernes Unterwasser-Utopie

Der bekannte Schauspieler Hanns Zischler und die Evolutionsbiologen Dr. Michael Ohl und Dr. Matthias Glaubrecht zeigen eine frühe Verfilmung dieses berühmten Romans von Jules Verne in der Fassung von 1916. Dazu werden zeitgenössische und aktuelle Texte zu Jules Verne und seiner Bedeutung gelesen. Der Stummfilm wird von Eunice Martins am Klavier begleitet.

Der Film gilt als erster abendfüllender Spielfilm mit unter Wasser gedrehten Szenen. 50 Jahre nach dem Erscheinen des Buches war die filmische Umsetzung genauso revolutionär wie die vormals visionäre Erzählung Jules Vernes von der Nautilus. Der Konflikt zwischen ihrem Kapitän Nemo und dem Meereskundler Professor Aronax spiegelt das gesellschaftliche Spannungsfeld
zwischen Technikbegeisterung und Fortschrittsangst der Naturforschung des frühen 20. Jahrhunderts wider.

andymon-ausgaben.jpgAm 12. Juni 2008 berichtete Christian Schobeß über den Roman Andymon von Angela und Karlheinz Steinmüller. Andymon war in der DDR einer der beliebtesten SF-Romane überhaupt und stellt als »Weltraum-Utopie« die Frage nach dem Ursprung der Menschheit und ihrem Weiterleben fernab der Erde. Die Utopie der DDR ist Vergangenheit, der Roman existiert weiter – seit 2004 sogar in einer neuen Ausgabe beim Shayol-Verlag.

Christian Schobeß untersuchte, ob es in der Neuausgabe wesentliche Neuerungen und Änderungen gegenüber der alten Textfassung gibt, und vor allem warum sie vorgenommen wurden. Und die beiden Autoren waren auch anwesend und gaben Auskunft zu ihrem Buch.

Eine kurze Zusammenfassung seines Vortrags gibt es hier in einem Handout.

Christian von Aster in der Otherland BuchhandlungAm 16. Mai 2008 stellte Christian von Aster seinen neuen Roman »Zwerg und Überzwerg« in der Otherland Buchhandlung vor. Infos zum Buch gibt es hier. Die Lesung war keine Lesung, sondern ein Fest! Wer Christian von Aster noch nicht live erlebt hat, sollte das unbedingt bei nächster Gelegenheit nachholen. Das Vorprogramm war ebenso interessant, denn Boris Koch las aus seinem vor Kurzem erschienenen Roman »Die Anderen«, in dem es auch um Zwerge geht.


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