Rückblick auf den Loncon 3

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Beim Clubabend berichtete Hardy Kettlitz über den Besuch des Loncon 3, der 72. World Science Fiction Convention, die im August 2014 stattfand. Mit über 10.000 Mitgliedern war es der größte WorldCon aller Zeiten, und entsprechend viel gab es auch zu erzählen. Mehrere andere Andymon-Mitglieder waren ebenfalls nach London gereist und konnten Hardys Ausführungen ergänzen. Informationen gibt es übrigens hier auf der Homepage des Loncon.

Besonders spannend war die Hugo-Verleihung und natürlich auch die Verleihung des Retro-Hugo für das Jahr 1939.

Hier ein paar Fotos:

Hugo Awards

Hugo Awards

Die Hugo Awards wurden selbst bei der Verleihung bewacht.

Brian W. Aldiss

Brian W. Aldiss

Altmeister Brian W. Aldiss hatte am letzten Tag des Cons seinen 89. Geburtstag und während der Closing Ceremony sangen ihm mehrere Tausend Fans ein Ständchen.

Jo Walton und Hardy Kettlitz

Jo Walton und Hardy Kettlitz

Jo Walton signierte Hardy Kettlitz einige Exemplare ihres Romans In einer anderen Welt (Golkonda Verlag), für den sie nicht nur den Hugo Award 2012 erhalten hat, sondern auch den British Fantasy Award, den Nebula Award und den Kurd Laßwitz Preis.

George R. R. Martin

George R. R. Martin

Star des Worldcons war George R. R. Martin, dessen Signierstunde am begehrtesten war. Hunderte Fans warteten geduldig (oder auch ungeduldig) auf ein Autogramm des Autors von Game of Thrones.

The Final King

The Final King

Und schließlich wurde das Geheimnis enthüllt, wer am Ende den Thron besteigt … ;-)

(Dank an Sabine und Maria Wohnig sowie Anita Winkler für die Fotos.)

Als Hollywood am Kalksee lag

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Indische_GrabmalSpannend wird es immer dann, wenn man von Dingen erfährt, von denen man bisher noch nie gehört hat. Dr. Horst Miethe hat lange über die Anfänge der Abenteuerfilme in Deutschland recherchiert und beim Andymon-Clubabend einen sehr unterhaltsamen und informativen Vortrag über die Filmstadt in Berlin-Rüdersdorf gehalten. Jeder kennt Babelsberg, doch dass in Rüdersdorf am 1912 jede Menge Sensationsfilme – darunter auch der erste deutsche Western – entstanden sind, ist kaum bekannt. Harry Piel drehte hier vor exotischer Kulisse seine Abenteuer- und Actionfilme. Vor allem aber verwirklichte der Filmmogul Joe May hier seine Projekte. Der aufwändigste Film der damaligen Zeit war Die Herrin der Welt, an dem 30.000 Menschen arbeiteten. Übertroffen wurde dieser damalige Blockbuster noch von Das Indische Grabmal, der 24 Millionen Reichsmark kostete.

Eine Kurzfassung des Vortrags gibt es hier als PDF: Als Hollywood am Kalksee lag

Einen ganz herzlichen Dank an Dr. Horst Miethe für einen der spannendsten Clubabende dieses Jahres!

Clubabend im August fällt aus!

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LONCON3_logo_270wDer Clubabend im August 2014 fällt aus. Wie wir beim letzten Treffen festgestellt haben, ist der überwiegende Teil der Mitglieder entweder im Urlaub oder in London auf der 72. World Science Fiction Convention. Falls jemand noch kurzfristig einen Trip nach London buchen will, hier gibt es alle Informationen: www.loncon3.org

Unsere erste Veranstaltung im Mai 1985

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Im nächsten Jahr werden wir unser 30-jähriges Jubiläum feiern, denn ANDYMON wurde bereits 1985 gegründet. Allerdings hieß der Club damals noch »Interessengemeinschaft für wissenschaftlich-phantastische Literatur im Kulturbund der DDR«, wie man hier auf dem Werbezettel unserer ersten öffentlichen Veranstaltung nachlesen kann.

Mai1985a

Eine Veranstaltung gab es zur Eröffnung auch, und das mit Ehrengästen, die seit damals Freunde, Ehrenmitglieder und langjährige Begleiter des Clubs geworden sind.

Mai1985b

Marsianer!

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destinationmarsObwohl heute der Auftakt der Fußball-WM stattgefunden hat, war der Clubabend erstaunlich gut besucht. Was sicher daran lag, dass die Film-Vorträge von Lothar Powitz sehr beliebt und immer sehr unterhaltsam sind. Die meisten Clubmitglieder werden erwartet haben, dass beim Thema »Der Mars im Film – Mars-Spielfilme von 1930 bis heute« eine chronologische Aufzählung inklusive Inhaltsangabe Dutzender Spielfilme erfolgt, aber weit gefehlt: Lothar hat sich zur Aufgabe gestellt, möglichst obskure und seltene Filme herauszusuchen, die möglichst keiner der Clubmitglieder kennt.

Und so war der Auftakt lange Ausschnitte aus dem früher für verschollen gegoltenen Spielfilm Just Imagine von 1930, den man in voller Länge auch auf Youtube finden kann.

Einen längeren Ausschnitt gab es auch aus Red Planet Mars von 1952 zu sehen, der zwar nicht auf dem Mars spielt, der aber sehr interessante politische und religiöse Aspekte hat. Darüber hinaus ging es im Vortrag um obskure Filme wie Devil Girl from Mars (1954), Mars Needs Women (1967), Flight to Mars (1951), Martians Go Home (1989) und Cave Women of Mars (2005).

Bemerkenswert ist die Persiflage Destination Mars, die wie ein Film aus der Mitte der Fünfziger Jahre wirkt, jedoch 2006 produziert wurde. Ein ebenso witziger wie bemerkenswerter Film ist die italienische Produktion Fascisti sv Marte (2005). All die vorgenannten Filme gibt es nur originalsprachlich. Der einzige Film, der wohl auch auf Deutsch erscheinen wird, ist The Last Days on Mars (2013).

Vielen Dank an Lothar, der uns bei seinen interessanten Ausführungen die Mars-Filme erspart hat, die ohnehin die meisten SF-Filmfans kennen und der Kuriositäten aufgespürt hat, auf die sonst die wenigsten gestoßen wären.

Sounddesign – Der Klang der Science Fiction

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Beim heutigen Clubabend erzählte Hardy Kettlitz über Sounddesign und wie es vor allem im Film eingesetzt wird. Dabei ging es um den Einsatz von Klang und Musik in SF-Filmen von der frühen Tonfilmzeit bis zur Gegenwart,  mit vielen Klangbeispielen – von Frankenstein über Krieg der Welten, Der schweigende Stern, Star Trek, 2001 – Odysee im Weltraum, Star Wars und Blade Runner bis zu Matrix.

Wer sich weitergehend für das Thema interessiert, der sei auf den hervorragenden und mit 90 Seiten sehr ausführlichen Essay »Wie klingt die Zukunft?« von Uwe Neuhold in Das Science Fiction Jahr 2011 (Heyne Verlag) verwiesen.

Im zweiten Teil des Vortrags ging es dann um künstliche Tonerzeugung und die frühen elektronischen Instrumente, wie Dynamophon (1906), Theremin (1920), Sphärophon (1926), Ondes Martenot (1928), Trautonium (1930), Hammond-Orgel (1934), Electronic Music Synthesizer von RCA (1955) und den ersten richtigen Synthesizer von Robert Moog (1964).

Eine Übersicht mit Erläuterungen zu den genannten Instrumenten ist hier zu finden.

Und hier noch ein Video in dem Leon Theremin das von ihm erfundene Instrument spielt:

Neuausgabe von Edward Bellamy

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Bellamy-Rueckblick_408Am heutigen Clubabend stelle Wolfgang Both die von ihm herausgegebene Neuausgabe des Romans Rückblick aus dem Jahre 2000 von Edward Bellamy vor. Das Buch ist kürzlich im Golkonda-Verlag erschienen und enthält nicht nur die Übersetzung von Clara Zetkin, sondern auch ein langes Vorwort von Wolfgang Both, in dem er ausführlicher als alle anderen Publikationen auf das Leben von Bellamy eingeht und die Wirkung des Buches vor allem im deutschsprachigen Raum erläutert. Im Anhang gibt es einen aussagekräftigen Auszug aus Bellamys Roman Equality und eine Rezension des Rückblick von William Morris.

Die Clubmitglieder erhielten einen ausführlichen Einblick in Bellamys Leben und Schaffen und einige neue Erkenntnisse, die weit über Wolfgangs Vorwort hinaus gehen. Außerdem konnten wir diverse alte Ausgaben des Buches bewundern. Trotz des Alters des Romans ein sehr unterhaltsamer und informativer Vortrag. Vielen Dank, Wolfgang!

Nähere Einzelheiten zum Buch sowie eine längere Leseprobe, die auch Wolfgangs Vorwort enthält,  gibt es übrigens auf der Homepage des Golkonda Verlags.

Zukunftsforschung und Science Fiction

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steinmueller_andymonZukunftsforschung ist Unwissenheitsmanagement und SF macht mögliche eintretende Szenarien erlebbar. So kann man den Inhalt des Vortrages von Karlheinz Steinmüller zusammenfassen, den er höchst kurzweilig und wie immer charmant unterstüzt von Frau Angela, bei unserem Clubabend im März hielt. Wer von den Gästen Karlheinz’ Vorträge noch nicht kannte, dürfte angenehm überrascht worden sein. Viele der Clubmitglieder waren nicht zum ersten Mal mit dabei und hatten sich entsprechend pünktlich und zahlreich eingefunden.

Nach einem kurzen Überblick über zeitgenössische praktische Einsatzgebiete der Zukunftsforschung, die sich – wen wundert’s – zunehmend auf internetbasierten Analyseplattformen abspielen, ging Karlheinz Steinmüller auf die geschichtliche Entwicklung dieser Wissenschaftsdisziplin ein.

Mit Frederick Pohl gesprochen, besteht die Funktion guter SF in diesem Zusammenhang darin, dass sie – historisch betrachtet – zwar nicht das Automobil in seiner konkreten Form voraussagen können muss, dafür aber Überlegungen zu den gesellschaftlichen, ökonomischen, ökologischen Wirkungen etc. einer solchen Erfindung anstellen kann.

Karlheinz Steinmüller ging auf die Funktion der SF als Ideengeber für wissenschaftliche Entwicklungen u. a. am Beispiel einiger Raumfahrtpioniere ein und stellte klassische Leitbilder der Technikentwicklung des letzten Jahrhunderts vor, die ihre Ausprägung zuerst in (wissenschftlichen) Utopien fanden.

Im letzten Drittel des mit zahlreichen Beispielen und einigen typischen Steinmüller-Anekdoten gespickten Vortrages ging es um »Schwache Signale«, womit heute schon identifizierbare Trends künftiger Veränderungen gemeint sind, und um »Wildcards«, Ereignisse mit relativ geringer Eintrittswarscheinlichkeit also, die, falls sie passieren, drastische Abweichungen der prognostizierbaren Zukunft mit sich bringen.

Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung, bei der wir nach der Pause noch etwas mehr aus der persönlichen Sicht der Steinmüllers zu ihrer Entwicklung als Autoren und Wissenschaftler erfahren konnten, da sie von Meo Mespotine für seinen Podcast/Blog über Ost-SF interviewt wurden.

Philosophie und Science Fiction

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Frey_Ph&SFBeim außergewöhnlich gut besuchten Clubabend war diesmal der Sachbuchautor Hans Frey zu Gast. Vor kurzem erschien beim Berliner Shayol-Verlag sein Sachbuch Philosophie und Science Fiction, in dem er auf sehr unterhaltsame Weise die Zusammenhänge zwischen den beiden titelgebenden Themengebieten erläutert. Am Clubabend las Hans Frey zunächst aus den grundlegenden Kapiteln des Buches und erzählte über seine Leseerfahrungen unter dem außergewöhnlichen Blickwinkel der Philosophie. Dabei ging es um Fragen wie:

Was haben Platon und Aristoteles mit Science Fiction zu tun?
Warum wäre die SF ohne Kopernikus, Newton und Descartes nicht denkbar?
Wieso sind Darwin, Einstein und Freud für die SF unverzichtbar?
Weshalb lebt die SF auch von Schopenhauer und Nietzsche?
Sind Kant, Hegel und Marx heimliche Philosophen der SF?

Weitere Informationen gibt es direkt auf der Homepage des Verlags.

Ein Urgetüm der SF

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Harun Raffael hat sich für den heutigen Clubabend mit einem weitgehend unbekannten Buch des französischen Autor C. I. Defontenay auseinandersetzt, über den selbst die englische Wikipedia nur vier Zeilen zu berichten weiß. Star, ou Psi Cassiopea erschien bereits 1854 und ist eine Art Proto-Space-Opera, ein Weltenbildnis weit jenseits der Erde in einem fernen Sternsystem. Außergewöhnlich ist an diesem Buch, dass es sich bereits zu einem so frühen Zeitpunkt – Jahrzehnte vor Jules Vernes Hauptwerk – mit dem Leben auf einem fernen Planeten auseinandersetzt und die dortige Gesellschaft über ganze Zeitalter hinweg verfolgt. Noch außergewöhnlicher ist, dass die Geschichte teil in Versen erzählt wird, die sich mit Prosapassagen abwechseln. Die allseits bekannte Sachliteratur zur Geschichte der Science Fiction erwähnt den Autor so gut wie gar nicht. Deshalb ein ganz besonderer Dank an Harun, dass er diese Kuriosität entdeckt, auf französisch gelesen und für uns ausführlich analysiert hat.

Nachfolgend der Originaltext aus dem Jahr 1854, zur Verfügung gestellt von GALLICA, einem Projekt der Bibliothèque nationale de France. (Flash erforderlich.)

Wer das Dokument hier nicht lesen kann, kann diesem Link folgen.)
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