Clubabend im August fällt aus!

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LONCON3_logo_270wDer Clubabend im August 2014 fällt aus. Wie wir beim letzten Treffen festgestellt haben, ist der überwiegende Teil der Mitglieder entweder im Urlaub oder in London auf der 72. World Science Fiction Convention. Falls jemand noch kurzfristig einen Trip nach London buchen will, hier gibt es alle Informationen: www.loncon3.org

Unsere erste Veranstaltung im Mai 1985

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Im nächsten Jahr werden wir unser 30-jähriges Jubiläum feiern, denn ANDYMON wurde bereits 1985 gegründet. Allerdings hieß der Club damals noch »Interessengemeinschaft für wissenschaftlich-phantastische Literatur im Kulturbund der DDR«, wie man hier auf dem Werbezettel unserer ersten öffentlichen Veranstaltung nachlesen kann.

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Eine Veranstaltung gab es zur Eröffnung auch, und das mit Ehrengästen, die seit damals Freunde, Ehrenmitglieder und langjährige Begleiter des Clubs geworden sind.

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Marsianer!

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destinationmarsObwohl heute der Auftakt der Fußball-WM stattgefunden hat, war der Clubabend erstaunlich gut besucht. Was sicher daran lag, dass die Film-Vorträge von Lothar Powitz sehr beliebt und immer sehr unterhaltsam sind. Die meisten Clubmitglieder werden erwartet haben, dass beim Thema »Der Mars im Film – Mars-Spielfilme von 1930 bis heute« eine chronologische Aufzählung inklusive Inhaltsangabe Dutzender Spielfilme erfolgt, aber weit gefehlt: Lothar hat sich zur Aufgabe gestellt, möglichst obskure und seltene Filme herauszusuchen, die möglichst keiner der Clubmitglieder kennt.

Und so war der Auftakt lange Ausschnitte aus dem früher für verschollen gegoltenen Spielfilm Just Imagine von 1930, den man in voller Länge auch auf Youtube finden kann.

Einen längeren Ausschnitt gab es auch aus Red Planet Mars von 1952 zu sehen, der zwar nicht auf dem Mars spielt, der aber sehr interessante politische und religiöse Aspekte hat. Darüber hinaus ging es im Vortrag um obskure Filme wie Devil Girl from Mars (1954), Mars Needs Women (1967), Flight to Mars (1951), Martians Go Home (1989) und Cave Women of Mars (2005).

Bemerkenswert ist die Persiflage Destination Mars, die wie ein Film aus der Mitte der Fünfziger Jahre wirkt, jedoch 2006 produziert wurde. Ein ebenso witziger wie bemerkenswerter Film ist die italienische Produktion Fascisti sv Marte (2005). All die vorgenannten Filme gibt es nur originalsprachlich. Der einzige Film, der wohl auch auf Deutsch erscheinen wird, ist The Last Days on Mars (2013).

Vielen Dank an Lothar, der uns bei seinen interessanten Ausführungen die Mars-Filme erspart hat, die ohnehin die meisten SF-Filmfans kennen und der Kuriositäten aufgespürt hat, auf die sonst die wenigsten gestoßen wären.

Sounddesign – Der Klang der Science Fiction

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Beim heutigen Clubabend erzählte Hardy Kettlitz über Sounddesign und wie es vor allem im Film eingesetzt wird. Dabei ging es um den Einsatz von Klang und Musik in SF-Filmen von der frühen Tonfilmzeit bis zur Gegenwart,  mit vielen Klangbeispielen – von Frankenstein über Krieg der Welten, Der schweigende Stern, Star Trek, 2001 – Odysee im Weltraum, Star Wars und Blade Runner bis zu Matrix.

Wer sich weitergehend für das Thema interessiert, der sei auf den hervorragenden und mit 90 Seiten sehr ausführlichen Essay »Wie klingt die Zukunft?« von Uwe Neuhold in Das Science Fiction Jahr 2011 (Heyne Verlag) verwiesen.

Im zweiten Teil des Vortrags ging es dann um künstliche Tonerzeugung und die frühen elektronischen Instrumente, wie Dynamophon (1906), Theremin (1920), Sphärophon (1926), Ondes Martenot (1928), Trautonium (1930), Hammond-Orgel (1934), Electronic Music Synthesizer von RCA (1955) und den ersten richtigen Synthesizer von Robert Moog (1964).

Eine Übersicht mit Erläuterungen zu den genannten Instrumenten ist hier zu finden.

Und hier noch ein Video in dem Leon Theremin das von ihm erfundene Instrument spielt:

Neuausgabe von Edward Bellamy

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Bellamy-Rueckblick_408Am heutigen Clubabend stelle Wolfgang Both die von ihm herausgegebene Neuausgabe des Romans Rückblick aus dem Jahre 2000 von Edward Bellamy vor. Das Buch ist kürzlich im Golkonda-Verlag erschienen und enthält nicht nur die Übersetzung von Clara Zetkin, sondern auch ein langes Vorwort von Wolfgang Both, in dem er ausführlicher als alle anderen Publikationen auf das Leben von Bellamy eingeht und die Wirkung des Buches vor allem im deutschsprachigen Raum erläutert. Im Anhang gibt es einen aussagekräftigen Auszug aus Bellamys Roman Equality und eine Rezension des Rückblick von William Morris.

Die Clubmitglieder erhielten einen ausführlichen Einblick in Bellamys Leben und Schaffen und einige neue Erkenntnisse, die weit über Wolfgangs Vorwort hinaus gehen. Außerdem konnten wir diverse alte Ausgaben des Buches bewundern. Trotz des Alters des Romans ein sehr unterhaltsamer und informativer Vortrag. Vielen Dank, Wolfgang!

Nähere Einzelheiten zum Buch sowie eine längere Leseprobe, die auch Wolfgangs Vorwort enthält,  gibt es übrigens auf der Homepage des Golkonda Verlags.

Zukunftsforschung und Science Fiction

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steinmueller_andymonZukunftsforschung ist Unwissenheitsmanagement und SF macht mögliche eintretende Szenarien erlebbar. So kann man den Inhalt des Vortrages von Karlheinz Steinmüller zusammenfassen, den er höchst kurzweilig und wie immer charmant unterstüzt von Frau Angela, bei unserem Clubabend im März hielt. Wer von den Gästen Karlheinz’ Vorträge noch nicht kannte, dürfte angenehm überrascht worden sein. Viele der Clubmitglieder waren nicht zum ersten Mal mit dabei und hatten sich entsprechend pünktlich und zahlreich eingefunden.

Nach einem kurzen Überblick über zeitgenössische praktische Einsatzgebiete der Zukunftsforschung, die sich – wen wundert’s – zunehmend auf internetbasierten Analyseplattformen abspielen, ging Karlheinz Steinmüller auf die geschichtliche Entwicklung dieser Wissenschaftsdisziplin ein.

Mit Frederick Pohl gesprochen, besteht die Funktion guter SF in diesem Zusammenhang darin, dass sie – historisch betrachtet – zwar nicht das Automobil in seiner konkreten Form voraussagen können muss, dafür aber Überlegungen zu den gesellschaftlichen, ökonomischen, ökologischen Wirkungen etc. einer solchen Erfindung anstellen kann.

Karlheinz Steinmüller ging auf die Funktion der SF als Ideengeber für wissenschaftliche Entwicklungen u. a. am Beispiel einiger Raumfahrtpioniere ein und stellte klassische Leitbilder der Technikentwicklung des letzten Jahrhunderts vor, die ihre Ausprägung zuerst in (wissenschftlichen) Utopien fanden.

Im letzten Drittel des mit zahlreichen Beispielen und einigen typischen Steinmüller-Anekdoten gespickten Vortrages ging es um »Schwache Signale«, womit heute schon identifizierbare Trends künftiger Veränderungen gemeint sind, und um »Wildcards«, Ereignisse mit relativ geringer Eintrittswarscheinlichkeit also, die, falls sie passieren, drastische Abweichungen der prognostizierbaren Zukunft mit sich bringen.

Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung, bei der wir nach der Pause noch etwas mehr aus der persönlichen Sicht der Steinmüllers zu ihrer Entwicklung als Autoren und Wissenschaftler erfahren konnten, da sie von Meo Mespotine für seinen Podcast/Blog über Ost-SF interviewt wurden.

Philosophie und Science Fiction

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Frey_Ph&SFBeim außergewöhnlich gut besuchten Clubabend war diesmal der Sachbuchautor Hans Frey zu Gast. Vor kurzem erschien beim Berliner Shayol-Verlag sein Sachbuch Philosophie und Science Fiction, in dem er auf sehr unterhaltsame Weise die Zusammenhänge zwischen den beiden titelgebenden Themengebieten erläutert. Am Clubabend las Hans Frey zunächst aus den grundlegenden Kapiteln des Buches und erzählte über seine Leseerfahrungen unter dem außergewöhnlichen Blickwinkel der Philosophie. Dabei ging es um Fragen wie:

Was haben Platon und Aristoteles mit Science Fiction zu tun?
Warum wäre die SF ohne Kopernikus, Newton und Descartes nicht denkbar?
Wieso sind Darwin, Einstein und Freud für die SF unverzichtbar?
Weshalb lebt die SF auch von Schopenhauer und Nietzsche?
Sind Kant, Hegel und Marx heimliche Philosophen der SF?

Weitere Informationen gibt es direkt auf der Homepage des Verlags.

Ein Urgetüm der SF

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Harun Raffael hat sich für den heutigen Clubabend mit einem weitgehend unbekannten Buch des französischen Autor C. I. Defontenay auseinandersetzt, über den selbst die englische Wikipedia nur vier Zeilen zu berichten weiß. Star, ou Psi Cassiopea erschien bereits 1854 und ist eine Art Proto-Space-Opera, ein Weltenbildnis weit jenseits der Erde in einem fernen Sternsystem. Außergewöhnlich ist an diesem Buch, dass es sich bereits zu einem so frühen Zeitpunkt – Jahrzehnte vor Jules Vernes Hauptwerk – mit dem Leben auf einem fernen Planeten auseinandersetzt und die dortige Gesellschaft über ganze Zeitalter hinweg verfolgt. Noch außergewöhnlicher ist, dass die Geschichte teil in Versen erzählt wird, die sich mit Prosapassagen abwechseln. Die allseits bekannte Sachliteratur zur Geschichte der Science Fiction erwähnt den Autor so gut wie gar nicht. Deshalb ein ganz besonderer Dank an Harun, dass er diese Kuriosität entdeckt, auf französisch gelesen und für uns ausführlich analysiert hat.

Nachfolgend der Originaltext aus dem Jahr 1854, zur Verfügung gestellt von GALLICA, einem Projekt der Bibliothèque nationale de France. (Flash erforderlich.)

Wer das Dokument hier nicht lesen kann, kann diesem Link folgen.)
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Interstellare Reisen

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Beim heutigen Clubabend ging es nur am Rande um Science Fiction, sondern vielmehr um Machbarkeit und Wahrscheinlichkeit von Raumschiffantrieben, die eine interstellare Raumfahrt möglich machen könnten. Christoph Heidrich gab in seinem Vortrag zunächst einen interessanten Überblick über das astronomische Umfeld unseres Sonnensystems und die nächstgelegenen Sterne. Anhand von Zahlen und Grafiken machte er deutlich, wie groß die Entfernungen zu anderen Gestirnen tatsächlich sind. Die benötigten Energiemengen zur Beschleunigung eines Raumschiffes sind enorm und mit heutiger Technik oder der Technik in nächster Zukunft nicht zu erzeugen.

Übrigens wird die ESA am 20. Dezember 2013 die Weltraummission GAIA („Globales Astronomisches Interferometerfür die Astrophysik“) starten. GAIA hat die Aufgabe, insgesamt eine Milliarde Sterne mit bis dahin unerreichter Genauigkeit kartographisch erfassen. Über den Missionsverlauf und die Erfolge kann man sich auf dem Gaia Blog der ESA informieren.

Christoph kam dann auf spekulativere Antriebsformen zu sprechen, zum Beispiel mit Hilfe von Antimaterie. Eine interessante und leicht verständliche Quelle zu diesem Thema ist das Buch Antimaterie – Auf der Suche nach der Gegenwelt von Prof. Dieter B. Herrmann. (Das Interview mit Prof. Herrmann zu diesem Buch aus ALIEN CONTACT 34 ist hier zu finden.)

Schließlich kam Christoph aber doch auf einige SF-Romane und -Erzählungen zu sprechen, die ein halbwegs realistisches Bild der interstellaren Raumfahrt zeichnen. Dabei brachte er den hierzulande noch recht ungebräuchlichen Begriff »Mundane Science Fiction« ins Gespräch, womit eine »realitätsnahe Science Fiction« gemeint ist. Der Autor Geoff Ryman hat sich auf diesem Gebiet besonders engagiert und für INTERZONE #216 (Juni 2008) eine Art Manifest der Mundane SF verfasst.

Wer sich übrigens für die  astronomischen Themen aus Christophs Vortrag weitergehend interessiert, dem sei der Audio-Podcast Sternengeschichten wärmstens empfohlen. Der Astronom Florian Freistätter erzählt in kurzen Einzelfolgen über grundlegendes Wissen zur Astronomie, aber auch über neueste Forschungserkenntnisse.

Britische SF-Fernsehserien – Teil 2

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pathfinderBeim heutigen Clubabend präsentierte Lothar Powitz den zweiten Teil seines Vortrages über britische SF-Fernsehserien. Zunächst gab es einen kurzen Rückblick auf das Serial Quatermass II aus dem Jahr 1955. In einem kurzen Ausschnitt wurde deutlich, dass das britische Fernsehen zu diesem Zeitpunkt bereits wesentlich »fremdartigere« Invasoren präsentierte als die amerikanischen Programme – und auch als das Kino der fünfziger Jahre. Die britischen Fernsehzuschauer wurden entsprechend vorgewarnt: »Diese Folge ist für Jugendliche und Personen mit schwachen Nerven nicht geeignet.«

Im Anschluss daran wurden das – leider nur bruchstückhaft erhalten gebliebene – Serial A for Andromeda (1961, mit Julie Christie als »Andromeda« in ihrer ersten Rolle!),  dessen Fortsetzung The Andromeda Breakthrough (1962) sowie das Remake A for Andromeda (2006) behandelt.

Zuletzt wurde ausführlich die Trilogie Pathfinders in Space (Pathfinders in Space – 1960, Pathfinders to Mars – 1960/61, Pathfinders to Venus – 1961) vorgestellt. Diese am Sonntagnachmittag ausgestrahlten Serials richteten sich zwar vorrangig an Kinder und Jugendliche, hatten aber auch viele Fans unter den erwachsenen Zuschauern.

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