Herbert W. Franke verstorben

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Herbert W. Franke im Gespräch mit einem Leser

Der grüne Komet war das erste Buch westdeutscher SF, das mir unter der Hand im Phantopia-Klub Ilmenau Mitte der 1970er-Jahre weitergereicht wurde. Es hat mich tief beeindruckt. Die kurzen, poetischen Geschichten waren eine bisher unbekannte Form von SF-Literatur. Kurzgeschichten hatten fünf bis 15 Seiten. Aber auf zwei Seiten eine Geschichte zu erzählen, das war neu. Am meisten beeindruckt hatte mich die Geschichte vom Raumfahrer, der auf der intergalaktischen Akademie auch Gedankenlesen gelernt hatte. Auf der Erde angekommen erschreckten ihn die unausgesprochenen Gedanken des Empfangskomitees. Und an der Haustür drehte er entsetzt um, er wollte die Gedanken seiner Frau nicht lesen, flüchtete in die nächste Rakete. Ich habe gleich mal in das Bändchen geschaut, es ist Geschichte 47 „Willkommen daheim“.  Eine außergewöhnliche Fähigkeit kann auch eine Last sein. Mein Exemplar stammt übrigens aus der Bibliothek von Dieter Hasselblatt und enthält viele Anmerkungen von ihm, Überlegungen, ob daraus ein Hörspiel werden könnte. Und Herbert W. Franke gab mir freundlicherweise eine Widmung ins Buch.

Eine Auswahl seiner Geschichten erschien in der DDR in dem Kompass-Band Ein Kyborg namens Joe (1978), es folgten dann einige seiner Romane.

Jetzt hat uns der Autor, Computerartist, Höhlenforscher und Hochschullehrer Herbert W. Franke im hohen Alter von 95 Jahren verlassen. (Wolfgang Both)

Vorschau: Berliner SF-Legenden – Steinmüller und Kempen in der Weltentaverne

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Am Donnerstag, den 28. Juli um 19 Uhr gibt es Lesung und Talk mit Angela & Karlheinz Steinmüller und Bernhard Kempen in der Weltentaverne, direkt am U-Bahnhof Ullsteinstraße: Tempelhofer Damm 232, 12099 Berlin.

Mehr dazu auf: https://weltentaverne.de/

Leseland DDR

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Nach einer gefühlten Ewigkeit (auch unsere traditionelle Weihnachtsfeier musste wegen Corona ausfallen) konnten wir uns endlich wieder einmal treffen und alle Neuigkeiten rund um die SF analog austauschen.
Hauptthema war die Vorstellung unseres Ausstellungsprojektes „Science Fiction in der DDR“ im Rahmen der Jahresausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur „Leseland DDR“. In der Ausstellung der Bundestiftung wird dem Slogan vom „Leseland DDR“ in allen seinen Facetten – darunter eben auch der SF (Poster Nr. 12 „Als Gestern noch Morgen war“) – auf 20 großen Ausstellungspostern nachgegangen. Wir wurden von der Stiftung ermuntert, mit einem eigenen Ausstellungsteil die Geschichte der SF in der DDR, hier insbesondere deren Leserschaft (SF-Fandom), näher zu beleuchten. Zum Klubabend konnten sich die Anwesenden an Hand der sechs Posterentwürfe (Gestaltung: Mario Franke aus Leipzig), die der DDR-SF gewidmet sind, ein erstes Bild von diesem Teil der Ausstellung machen. Die Ausstellung „Leseland DDR“ und unsere Ausstellung „SF in der DDR“ wird ab etwa September durch die Bundestiftung vertrieben. Nähere Informationen finden sich hier: www.leseland-ddr.de
Jeder ist eingeladen, in seinem Heimatort bei der örtlichen Bibliothek, der Volkshochschule oder anderen geeigneten Orten, für diese sehenswerten Ausstellungen Werbung zu machen. Die Kosten sind überschaubar, die Poster verbleiben bei den Bestellern. Alle Informationen auf der angegebenen Internetseite.

Erzählte Zukünfte – Science Fiction und die Welt von heute

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Am 27. März 2022 findet im Prinz Regent Theater Bochum die Abschlusstagung des Innovativen Praxisprojekts „Technikzukünfte in der deutschsprachigen Science-Fiction-Literatur“ statt. Von 15 bis 21 Uhr gibt es Vorträge, Lesungen und Podiumsdiskussionen unter anderem mit Karlheinz Steinmüller, Hans Frey, Klaudia Seibel, Theresa Hannig, Christian J. Meier und Uwe Post. Weitere Informationen gibt es hier.

Und hier der Flyer mit allen Informationen als PDF: Flyer_Erzaehlte_Zukuenfte

Clubtermine fallen bis auf Weiteres aus.

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Die Mitglieder des Clubs haben beschlossen, sich keinem Risiko auszusetzen. Wir wollen unserem Hobby in entspannter Atmosphäre frönen. Sobald Treffen unserer Meinung nach wieder risikoärmer möglich sind, geben wir an dieser Stelle Bescheid.

Memoranda Science Fiction Podcast – Zweite Staffel ist gestartet

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Am 23. Dezember 2021 ist die zweite Staffel des Memoranda Science Fiction Podcasts gestartet. Jeden Freitag erscheint eine neue Folge, insgesamt sind zehn Folgen für die zweite Staffel geplant. In den ersten drei Folgen gab es bisher Gespräche mit Erik Simon (Simon’s Fiction bei Memoranda), Martin Zähringer (Climate Fiction) und Hans Frey (SF in der jungen Bundesrepublik) zu hören.

Wer bei Memoranda über die Halbjahresvorschau, neue Bücher und neue Podcaststaffeln auf dem Laufenden bleiben will, kann jetzt auch den Memoranda Newsletter abonnieren.

Hans Frey und Markus Tillmann über Science Fiction

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Im Heroes Video-Podcast erzählen Hans Frey und Markus Tillmann über ihre Erfahrungen mit dem Science-Fiction-Genre.

Prof. Dr. Dieter B. Herrmann verstorben

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Foto: Leuband (CC BY-SA 4.0)

Der ehemalige Direktor der Archenhold-Sternwarte und Gründungsdirektor des Zeiss-Großplanetariums in Berlin ist am 25. November 2021 im Alter von 82 Jahren verstorben. Er hatte die Archenhold-Sternwarte 28 Jahre lang geleitet, war Autor von 46 Büchern und unzähligen Artikeln, moderierte 14 Jahre lang die populärwissenschaftliche Sendung AHA im Fernsehen der DDR, war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Vereinigungen und Präsident der Leibniz-Sozietät und seit 2010 trägt ein Kleinplanet ihm zu Ehren den Namen Dieterherrmann. 

Ein paar persönliche Worte von Hardy Kettlitz:

Unser SF-Club ANDYMON hat Prof. Herrmann einiges zu verdanken. Ich persönlich habe ihn 1980 im Alter von 14 Jahren zum ersten Mal bei einem Vortrag erlebt und war so begeistert, dass ich schnellstmöglich Mitglied des Astronomischen Jugendklubs der Archenhold-Sternwarte wurde und der astronomischen Jugendarbeitsgemeinschaft beitrat. Persönlich hatte ich dann mit Prof. Herrmann zu tun, als ich 1984 Freier Mitarbeiter der Sternwarte wurde, fünf Jahre lang eine Kinderarbeitsgemeinschaft leitete und Führungen durch die Sternwarte mit Besichtigung des Riesenfernrohrs (noch heute das längste Fernrohr der Welt) anbot. Im astronomischen Jugendklub lernte ich Krischan Schoeninger und einige andere Jugendliche kennen, mit denen ich heute noch befreundet bin. Mit Krischan schmiedete ich Pläne zur Gründung eines Science-Fiction-Clubs. Während Krischan den Kulturbund für einen »Arbeitskreis wissenschaftlich-phantastische Literatur« begeisterte, sprach ich bei Prof. Herrmann vor. Und so gründeten wir unseren SF-Club im Februar 1985 in der ehrwürdigen Bibliothek der Archenhold-Sternwarte im Beisein von Prof. Herrmann, der eine improvisierte Rede hielt, in der er die Bedeutung der Verbindung zwischen Wissenschaft und Phantasie betonte. Die ersten Treffen des Clubs fanden dann auch im Arbeitsgemeinschaftsraum der Sternwarte statt, da ein großer Teil unserer Mitglieder sich aus dem Astronomischen Jugendklub rekrutierte. 

Prof. Herrmann erkannte die Ernsthaftigkeit, mit der wir zur Sache gingen. So stellte er uns Ende der 80er-Jahre mehrfach das Zeiss-Großplanetarium als Veranstaltungsort für die »Tage der phantastischen Kunst« zur Verfügung und ließ es sich nicht nehmen, persönlich die Convention zu eröffnen. Von 1996 bis 2002 fanden dann vier Mal der »Tag der Phantasie« bzw. der »ALIEN CON« in der Archenhold-Sternwarte statt, auch wieder unter der Schirmherrschaft von Prof. Herrmann. 

Ende der 90er-Jahre hatte ich begonnen, mich intensiver mit Musik zu beschäftigen. So komponierte ich unter anderem ein paar Stücke für eine Berliner Künstlerin, deren Gemälde ein Vierteljahr lang im Foyer des Zeiss-Großplanetariums ausgestellt wurden. Meine Musik lief dazu täglich vor Beginn der Abendveranstaltung. Prof. Herrmann war von der Musik begeistert und beauftragte mich, für ein neues Planetariumsprogramm die Musik zu komponieren und einzuspielen. Das war eine schöne, aber auch anstrengende Erfahrung, denn »Soundtracks« hatte ich zuvor noch nicht gemacht. Aber immerhin hatte das Programm »Tore der Zeit« im Jahr 2000 Premiere und wurde über ein Jahrzehnt lang regelmäßig aufgeführt.

1999 hatte ich die Gelegenheit, ein sehr ausführliches Gespräch mit Prof. Herrmann zu führen. Gemeinsam mit Bernhard Kempen besuchte ich ihn zu Hause. Der Anlass dafür war sein Buch »Antimaterie«, zu dem wir ihn für unser SF-Magazin ALIEN CONTACT interviewten (erschienen in AC 34).

Nachdem Prof. Herrmann im Jahr 2004 das Rentenalter erreicht hatte und als Direktor der Sternwarte und des Planetariums ausschied, haben wir uns trotzdem noch in größeren Abständen getroffen. Er war der Science Fiction auf gewisse Weise verbunden, weil er als Autor zahlreicher populärwissenschaftlicher Bücher in der SF ein Potenzial erkannte, um wissenschaftliche Ideen und Konzepte zu popularisieren. Er hielt weiterhin viele Vorträge und wurde auch mehrfach zu SF-Cons eingeladen, unter anderem zu unserem ANDYCON im Jahr 2010.

Zuletzt traf ich Prof. Herrmann 2017 auf dem PentaCon in Dresden, wo er einen Vortrag über neu entdeckte Exoplaneten hielt. Danach haben wir uns relativ lange unterhalten, beinahe wie alte Freunde. Immerhin kannten wir uns zu dem Zeitpunkt seit über 30 Jahren.

Ich erinnere mich mit Dankbarkeit und Respekt an Prof. Dieter B. Herrmann. Und natürlich war er Ehrenmitglied unseres SF-Clubs ANDYMON.

Berliner Buchmesse BUCHBERLIN 2021

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Am 20. und 21 November findet zum siebenten Mal die BUCHBERLIN statt, eine Buchmesse, auf der sich vor allem kleinere Verlage präsentieren. Veranstaltungsort ist die ARENA Berlin, nahe am S-Bahnhof Treptower Park. Ausstellen werden über 250 Verlage und Selfpublisher aus allen literarischen Genres, wobei der Phantastikanteil überdurchschnittlich hoch ist.

Auch einige mit unserem Club befreundete Verlage sind dabei. Die Halle in der ARENA ist in Straßen eingeteilt: Hirnkost Verlag (Große Freiheit, Stand 7), benSwerk (Große Freiheit, Stand 8), MEMORANDA Verlag (Große Freiheit, Stand 9), Bernhard Kempen (Große Freiheit, Stand 10).

Alle Informationen zur Messe (Öffnungszeiten, Standpläne, Tickets) gibt es hier: https://buch-berlin.de/

Fantastik-Woche im Brecht-Haus

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Unter dem Titel »Andere Welten – Spielarten fantastischen Erzählens« veranstaltet das Brecht-Haus vom 22. bis 26. November eine Fantastik-Woche. Zitat von der Homepage des Veranstalters: »Fünf Tage geht es um die Erschließung eines globalen multimedialen Phänomens, das auch hierzulande Millionen Rezipient:innen aller Milieus und Altersstufen begeisterst, aber in Bildungseinrichtungen wie Schulen, Universitäten und auch Literaturhäusern kaum reflektiert wird: die Spielarten und die Medien fantastischen Erzählens.« Die Veranstaltungen sind überwiegend Vorträge und Podiumsgespräche, aber auch Lesungen. Mitwirkende sind unter anderem Denis Scheck, Lars Schmeink und Markus Heitz. Ausführliche Informationen gibt es hier.

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